EcoUp! Bremsen ruckeln, stottern..

      EcoUp! Bremsen ruckeln, stottern..

      Hallo an die EcoUp! Gemeinde,

      ich muss zuerst mal gestehen, das ich voll und ganz vom EcoUp überzeugt bin. Nix effizienteres gefahren seither. Aber, ein Problem begleitet meinen Flitzer (das ist ironisch gemeint) vom ersten Tag an. Gekauft habe ich den Wagen bei einem renommierten Gebrauchtwagen-Händler hier in der Region. Er war ein Leasing - Rückläufer, hatte 32Tkm gelaufen und war natürlich Scheckheftgepflegt mit sehr guter Ausstattung.. Die Reifen der Erstauslieferung sind heute noch drauf. So gut wie kein Verschleiß an den Gummis.. aber.. die Bremsen ruckelten. Es ist schlecht zu beschreiben. Es fühlt sich an wie eine verzogene Bremsscheibe.. bremst.. bremst nicht.. bremst.. und das überträgt sich dann auch bis ins Lenkrad so das es regelrecht wackelt. Nach langsamen anbremsen und etwas schärferem Bremsen egalisiert sich das Problem zeitweise, kommt dann aber wieder. Ich weiß nun nicht, ob das eventuell ein generelles Up! Problem sein könnte, oder mit dem EcoUp! zusammenhängt. Ich reklamierte es jedenfalls.

      Es gab dann auf Kulanz neue Scheiben und Beläge vorne (Beides Zimmermann) kostenlos - und Problem war beseitigt. Alle Gummilager und Stabis an der Vorderachse auch gecheckt. Das war alles fest. Soweit so gut. Dann.. nach einigen hundert Kilometern, wieder schleichend das selbe Problem. Wieder zum Händler, erneut moniert, Probefahrt mit Ihm gemacht und nochmals alles ausgestaucht. Diesmal mit Textar und Ate. Zusätzlich wurde die linke Radnabe komplett getauscht, weil man dort irgendewelche Abweichungen gemessen hatte. Nachdem Spur und Sturz dann noch vermessen und korrigiert wurden, war das Problem mit den stotternden, flatternden Bremsen wieder beseitigt, das Auto fuhr schnurstraks geradeaus und bremste geschmeidig. Alles gut. Doch dann, nach weiteren 2000 km.. wieder das ruckeln. Ich bin wirklich ratlos.. kennt jemand das Problem? Könnte es am Sattel liegen..? Ich weiß da nimmer weiter, und der Händler schlägt schon die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er mich sieht. Aber nach wie vor, ist er kulant, wir schauen danach, sagte er..

      Ich bin für jeden Tip dankbar..

      .. Der Bär brummt nach der Höhle in der er geboren ist ...

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      Ich hatte selber bisher noch nie Probleme mit den Belägen oder Bremsscheiben.

      Ein "Ruckeln" oder auch Lenkrad flattern beim Bremsen hatte ich immer nur, wenn die Schwimmbolzen der Bremssättel langsam schwergängig wurden.
      Das würde ich als erstes kontrollieren.

      Je nach eigenem Können, Lust und Wetter kann man das auch wunderbar selbst testen.

      Dazu "nur" ein Rad an der Vorderachse demontieren und die Bremsbeläge so gut wie möglich von der Scheibe wegschieben (also den Bremssattel aufschieben)

      Hat man dann ein bischen Platz zwischen Belag und Scheibe muss sich der Sattel von Hand hin und her schieben lassen, dass der innere und äußere Belag abwechselnd an der Bremsscheiben anstoßen.

      Ist das nicht möglich, müssen die Bolzen entweder getauscht oder gereinigt und neu gefettet werden.

      Achtung: Wenn alles wieder zusammengebaut ist, erstmal im Stand wieder auf die Bremse treten, bis die Beläge wieder an der Scheibe Anliegen.


      Grüße
      LocoFlasher

      Matzetier1978 schrieb:

      Ich bin wirklich ratlos.. kennt jemand das Problem? Könnte es am Sattel liegen..?

      Als bei mir Bremsscheiben & Beläge gewechselt wurden hatte mein Werkstattmensch angemerkt, dass die Führungsbolzen vom Werk aus offensichtlich trocken verbaut wurden.

      Es wäre also gut möglich, dass diese bei Dir nicht mehr richtig gangbar sind und daher für eine ungleichmäßige Belastung auf Scheibe & Beläge verantwortlich sind.

      Leider ist es heutzutage so, dass sich selbst in einer Fachwerkstatt kaum noch jemand um die Führungsbolzen kümmert.

      Im motor-talk Forum wurde auch schon berichtet dass nur durch Austausch des Radlagergehäuse das Problem gelöst werden konnte.
      Da kann ma ja mal mit einer Messuhr ohne Bremsscheibe das Radlagergehäuse messen.
      Zudem soll es vorbeugend helfen die Räder anstatt mit 110Nm mit 120 oder 130Nm anzuziehen.

      Das Problem haben alle Drillinge, nicht nur die mit CNG. Auftreten tut es in der Regel, wenn das Auto viel mit hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn ohne nennenswerten Bremseinsatz bewegt wird.

      Meiner hatte es auch ab 5000 km Laufleistung.

      Je höherwertiger die verwendete Bremsscheibe und je weniger aggresiv die Beläge, desto länger haste keine Problem. Die originalen VW-Scheiben sind leider auch nur Mittelmaß.

      Man muß bei der Montage penibel die Auflageflächen reinigen (und die Führungen der Beläge, auch wenn die in der Regel nicht fest gehen wie bei anderen Bremsen). Dazu hat es bei mir geholfen, wenn das Rubbeln leicht wieder auftaucht, die Radschrauben kurz zu lösen und wieder festzuziehen. Die kleine Änderung in der Auflagefläche hat oft dazu geführt, dass es wieder mit der Zeit besser wurde. Beweis ist natürlich nicht führbar.

      Die besten Erfahrungen habe ich mit den normalen ATE-Scheiben gemacht (habe über die 185000 km verschiedenes ausprobiert von Ebay 20 Euro bis ATE hoch (für 57 Euro) und halt original. Ebay war nach 25000 km leider unfahrbar. VW habe ich mit dem Losmachen und wieder festziehen der Räder 145000 km gefahren. Dann wurden sie spürbar dünner und neigten stärker zum Verziehen als vorher.
      Ebay war nach 25000 km schlimmer als VW nach 145000 km. Die letzten 25000 km sind ATE Scheiben drauf. Die rubbeln auch, aber viel weniger und das Rubbeln geht bis jetzt auch von alleine immer wieder fast weg. Auch rosten die durch den Schutzlack nicht so schnell weg und halten so potentiell über längere Zeit höhere Masse, weil es nicht als Rost abfällt.

      Nutzungsprofil: Hauptsächlich Autobahn, selten unter 100 km pro Strecke.


      P.S.
      Der Schnack mit den 130 Nm war ich. Vor allem kommt es aber nach meiner Erfahrung drauf an, dass man die Muttern regelmäßig löst und wieder festzieht. Und drauf achten, dass die Gewinde sauber sind. Neigt an der Vorderachse zum Gammeln. Dann verpufft das Drehmoment im Gammel und man reißt sich irgendwann beim Lösen die Schraube ab, weil sie so schwer geht.

      gato311 schrieb:


      Der Schnack mit den 130 Nm war ich.


      Davon würde ich ganz dringend aus eigener Erfahrung abraten!
      Ich habe bei meinem Up die Schrauben auch jahrelang mit 120Nm angezogen.
      Dieses Jahr sind mir dann 2 beim Festziehen abgerissen.
      An der Rissfläche war schon Rost eingedrungen, sodass davon auszugehen ist, dass die Schraube schon während der Fahrt eingerissen ist.
      Seit dem ziehe ich die nur noch mit 110NM fest.

      Die Schrauben bei Bremsenrubbeln lösen und wieder anziehen, habe ich auch schon ein paar mal gemacht, wirkt tatsächlich für ein paar 1000KM Wunder.

      Gruß Robin :)

      Die Schrauben halten über Jahrzehnte auch deutlich mehr Drehmoment aus. Zu viel ist halt nur blöd, wenn man doch mal an der Straße mit einfachem Werkzeug ran muss.
      Die Dinger wurden sher wahrscheinlich beim Lösen vorgeschädigt, weil sie im Gewinde so festgegammelt waren!

      Wenn die Schrauben 120 Nm Festziehen nicht aushalten, kannst bloß froh sein, dass es beim Festziehen passiert ist und nicht im Betrieb...

      Das Lösen wirkt wirklich zunächst nur kurz. Man muss es wiederholen, dann werden die nötigen Intervalle länger. Aber man muß auch bedenken, dass bei komplett neuen Bremsen oder beim Neuwagen das Rubbeln schon bei unter 5000 km kommt bei entsprechendem Fahrprofil.

      Die Schrauben waren ganz sicher nicht festgegammelt, alles schön sauber und immer mit Drehmoment angezogen.
      Es handelte sich aber auch nicht um original VW Schrauben sondern welche von Zubehör Rädern.

      Bei mir war es wahrscheinlich auch zusätzlich die hohe Thermische Belastung der Schrauben durch die Bremse.
      Bei heißer Bremse werden die Radschrauben gedehnt da dich Radnabe und Bremsscheibentopf ausdehnen.

      Dateien

      Gruß Robin :)

      Die Hitze ist ja Mitursache für den Gammel.

      Abgerissene Schrauben habe ich persönlich bisher immer nur beim Lösen als festgegammelte gehabt und im Betrieb immer bei zu wenig Anzugsdrehmoment (abgeschert). Letzteres ist auch sehr effizent für eine Vorschädigung.

      Die Schrauben ließen sich schon sehr leicht lösen und haben sich dann beim Anziehen endgültig verabschiedet.
      Sicherlich konnten die sich im Betrieb nicht mehr ausreichend elastisch dehnen und sind dann eingerissen, da dass Material zu spröde ist um sich entsprechend plastisch zu verformen (unpassende Legierung)
      Bei kalter Bremse fehlte dann die Vorspannung=> daher so locker.
      Es ist jeweils nur eine Schraube pro Rad an der VA abgerissen, die anderen 3 waren auch noch fest.
      Scherkräfte können also ausgeschlossen werden.
      Natürlich habe ich aber trotzdem anschließend alle 16 Schrauben erneuert.

      Gruß Robin :)

      Also wohl nicht die passende Qualität...

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