Lebensdauer Bremsscheiben

      Um die Mindestdicke der Scheibe würde ich mir nur Gedanken machen, wenn auch die Beläge kurz vor Ende sind.

      Beim TÜV ist es eigentlich auch nur dann ein Thema. Grat entfernen verhindert aber natürlich jegliche Diskussion...

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      Ich habe nun seit einigen tausend Kilometern auch mit dem Thema Bremsenrubbeln zu tun (aktueller Kilometerstand ca. 27.000).

      Bemerkbar macht es sich vor allem beim Heranbremsen an Ampeln in Form von ungleichmäßiger, wellenartiger Verzögerung und im Bereich um 120 km/h mit leichtem Vibrieren des Lenkrades.

      Da ich an verzogene Bremsscheiben nicht glaube habe ich viel recherchiert und war erstaunt, wie Modell- und Markenübergreifend das Problem auftritt und gleichzeitig schlecht aufgearbeitet ist (Bremsenrubbeln = verzogene Bremsscheiben).
      Immer wieder schreiben Betroffene jedoch auch, die Bremsen geschont zu haben und sehr vorrausschauend zu fahren. Nach einem Tausch von Scheiben und Belägen tritt das Problem sehr oft nach kurzer Zeit wieder auf. Weiterhin wird oft von Bremsbelagabdrücken berichtet, welche auch bei mir eindeutig mehrfach auf der Bremsscheibe in unterschiedlicher Ausprägung zu sehen sind. Diese Abdrücke lassen sich scheinbar nur teilweise oder gar nicht mehr wegbremsen und verursachen unterschiedliche Reibwerte über der Reibfläche.

      Die Frage ist nun: Woher kommen die Abdrücke? Meine Theorie ist, dass hier mehrere Faktoren zusammen kommen:

      - Fahrzeug wird wenig bzw. im Verhältnis viel Langstrecke bewegt
      - Vorrausschauende Fahrweise
      - Fahrzeug steht draußen und ist der Witterung ausgesetzt

      All diese Faktoren treffen bei mir zu und ich vermute, dass die Belagabdrücke auf der Scheibe durch Korrosion entstanden sind und durch meine schonenede Fahrweise nicht vollständig weggebremst werden konnten.

      Die nächste Frage ist: Wie lässt sich die Problematik verhindern?

      Ich befürchte, dass es hier keine richtig Antwort gibt. Eine Möglichkeit wäre, konsequent "Reinigungsbremsungen" durchzuführen bzw. sich grundsätzlich einen anderen Fahrstil anzugewöhnen, bei dem die Bremsanlage schlicht mehr gefordert wird. Insbesondere bei Nässe ist es eventuell auch sinnvoll, die Bremse gezielt vor dem Fahrzeug abstellen trocken (also warm) zu fahren, damit die Feuchtigkeit vor allem zwischen Belag und Scheibe nach dem Abstellen gut verdampfen kann. Dies ist ein Punkt, welchen ich bisher noch überhaupt nicht beachtet habe. Insbesondere meine Fahrzeugwäschen kommen mir hier in den Sinn wo ich sogar extra drauf geachtet habe, eher wenig zu Bremsen um die Felgen nicht gleich wieder einzusauen :/

      Ich bin mir aktuell noch unschlüssig, ob ich die Scheiben + Beläge nun tausche und versuche, die oben genannten Punkte umzusetzen oder damit erstmal so lebe, bis es schlimmer wird. Einen Versuch wäre es wert, die Kosten für den Tausch halten sich ja auch in Grenzen. Andererseits überlege ich, wie praxistauglich das ganze ist wenn ich ständig am "Reinigungs- und trockenbremsen" bin.

      Ich habe nochmal ein paar Bilder meiner Bremsen reingestellt, welche zu unterschiedlichen Kilometerständen beispielhaft solche Belagabdrücke zeigen.

      IMG_20190730_075753665 (Large).jpg IMG_20190805_184646560 (Large).jpg IMG_20190807_161758396 (Large).jpg IMG_20190820_121848564 (1) (Large).jpg

      Im Prinzip reicht dafür eine scharfe bremsung bis zum Stillstand (Autobahn, Stauende)
      wenn du danach auf der Bremse stehen bleibst, hast du exakt diesen Effekt. Das passiert leider oft und wird nicht als scharfes Bremsen wahrgenommen, aber die Bremse wird dabei sehr heiss und die Kräfte reichen für diese minimale Verformung...

      https://www.130-danke-nein.de/

      Meine Scheiben vorne sind nun knapp 162.000 km drauf. Das Rubbeln hab ich immer mal wieder, verschwindet dann, rubbelt wieder usw. Scheibe und Belag sind noch ausreichend dick, ich brems halt fast nie. Ich werde nächstes Jahr mal vorne alles wechseln. Geplant sind Brembo coated Disk mit ATE Ceramic. Ich brauch da keine hyper Bremswirkung, das soll schön smart bremsen und nich rubbeln, sonst nehm ich Wipp Express.

      Hallo Chadori,

      ich möchte zu Beginn erklären (da hier ja wohl auch MA von VW aktiv sind), dass alle Informationen die ich hier nenne im Bremsenhandbuch, in diversen Dissertation oder Fachvorträgen zu finden sind und damit keine
      Geheimnisse darstellen. Man muss nur danach suchen, dann findet man alle Infos im Netz.

      Das von dir beschriebene Kalt-Rubbel-Problem hat 3 unterschiedliche Ursachen.

      1. Die Bremse

      In der PQ12-Plattform (z.B.VW UP!) mit den geringen Motorleistungen ist eine sog. FSII-54 verbaut, dies ist eine Bezeichnung der Firma Continental-Teves und bedeuted Faust-Sattel mit 3 Lagerpunkten und 54mm
      Kolbendurchmesser. Diese Bremse ist sehr kosteneffizient, da der Belaghalter im Radträger integriert ist und damit ein Bauteil wenig hat als z.B. eine Colette-Bremse. Leider hat die FSIII auch keine Belagfedern die die Beläge wieder zurückdrücken. Bei etwas hochwertigeren Bremsen gibt es sog. Belagfedern, die die Beläge von der Scheibe zurückstellt, denn die Dichtung des Bremskolbens stellt nur den
      Kolben zurück, nicht aber die Beläge. Dazu mehr im Punkt 2. und 3.

      2. Dein Fahrstil

      Das sog. Kalt-Rubbeln entsteht durch die sog. Bremsscheibendickenschwankung ( engl. DTV disc thickness variation). Diese entsteht wie folgt, die Bremsscheibe hat einen gewissen Schlag. Dieser Schlag
      ist notwendig, um die Beläge nach der Bremsung von der Scheibe wegzudrücken, damit es kein zu grosses Reibbremsmoment gibt. Eine neue Scheibe darf max. 0.05mm Schlag aufweisen, daher sollte man beim Verbau der Scheiben die Nabe penibel reinigen. Fährst du eine längere Strecke ohne die Bremse zu betätigen
      (also vorausschauend), dann schleift die Scheibe immer an den gleichen Bereichen (an gegenüberliegende Seiten) am Belag entlang und wird «ausgewaschen». Dazu mehr im Punkt 3. Es bildet sich die Bremsscheibendickenschwankung. Diese liegt im Bereich von ca. 0.005mm. Wenn nun bei der Bremsung der Belag in einen "dicken" Bereich der Scheibe einläuft dann steigt die Anpresskraft und wenn der Belag in
      einen "ausgedünnten" Bereich einläuft dann fällt die Anpresskraft. Dies nimmst du als Bremsmomentschwankung wahr. Wenn du oft genug bremst, dann wird die Bremsscheibendickenschwankung wieder egalisiert. Dies ist ein Kriterium in der Bremsenentwicklung. Ein aggressiver Belag fördert die DTV übrigens, ein eher komfortabler Belag ist robuster gegen DTV.

      3. mangelnde Wartung:
      Der Radträger des UP! wird nach der Lackierung spannend bearbeitet, d.h. die Bearbeitungsflächen bleiben blank und sich damit nicht vor Korrosion geschützt. Der Belag hat im Träger ca. 1mm Spiel. Rostet der Belaghalter nun auf und Schmutz kommt dazu, dann ist das Spiel zugesetzt und die Beläge können sich nicht mehr leicht verschieben lassen. D.h. die Beläge schleifen stärker.
      Des Weiteren ist die FSIII eine sog. Schwimmsattelbremse, d.h. du hast nur einen Kolben auf der Innenseite des Sattels und der Sattel ist verschiebbar auf zwei Führungsbolzen in Gummihülsen gelagert. Sind die
      Gummihülsen nicht sauber oder die Führungsbolzen angerostet, dann kann der Sattel nicht mehr leicht verschoben werden und der äussere Belag schleift stärker.
      Einen korrekt funktionierender Schwimmsattel muss sich ohne Problem mit zwei Fingern hin und her bewegen lassen können. Geht das nicht, dass schiebt die Bremsscheibe nicht den äusseren Belag samt Sattel zurück,
      sondern den Kolben samt inneren weiter in den Sattel und man bekommt einen erhöhten Pedalweg. Daher ist ein kontrollieren nur der äusseren Belagstärke auch keine Aussage über den Verschleiss der Bremsbeläge.

      Eine korrekte Rückstellung funktioniert bei einer neuen Bremse ca. 6 Monate lang, 15tkm oder bis die Bremse einen Winter gesehen hat, daher warte ich meine Bremsen einmal im Jahr, d.h. Beläge rausnehmen, Belaghalter mit Schleifvlies reinigen, Zinkspray drauf, Führungsbolzen reinigen, leicht einfetten und wieder einbauen. Selbst bei Festsattelbremsen gehen die Beläge in den Führungen fest, d.h. es ist kein Phänomen der günstigen Bremsen.

      Falls dich solchen Zusammenhänge interessieren. Ich halte auf dem diesjährigen Busch-Taxi-Treffen (Buschtaxi.net • BTT2019: DAS PROGRAMM!) einen Vortrag über Fahrzeugtechnische Grundlagen, bei dem auch diese Zusammenhänge erklärt werden.

      Gruss Steffen

      Danke nochmal für die komprimierte Darstellung, die sich sicher gut auch nachträglich von anderen finden lässt.

      Noch nicht ganz verstanden habe ich, wieso ich bei der FS-III Bremse das Kaltrubbeln (ja, ich zähle zu den Leuten, die viele 1000 km fast ohne Bremse fahren) oft besser eingedämmt kriege, wenn ich hin- und wieder die Radmuttern der Vorderräder anlöse und wieder festziehe. Tue ich nix, muss ich mehr bremsen und warten, bis es besser wird.

      Werden die Scheiben über die Zeit dünner, kommt auch Heißrubbeln dazu und dann kriege ich das Kaltrubbeln auch nicht mehr weg, was ja auch wenig überraschend ist.

      Bei originalen Schreiben war das bei ca. 140000 km so weit. Bei Ebay-Scheiben unter 20 Euro (allerdings war nicht direkt auch im Innenbereich nachmessbar, wo Materialmenge gespart wurde) nach 25000.
      Bei ATE Zubehörscheiben bin ich erst um die 30000 gefahren. Da gibt es nur mal sporadischen Kaltrubbeln, was auch wieder geht.

      Die Führungen des Schwimmsattels waren bei beim Auseinandernehmen immer noch erstaunlich gut. Da war ich von der Lucas Anlage mit 254 mm Scheiben im Lupo 1.4 TDI mehr Kummer gewohnt. Da rubbelte es kalt zwar weniger, aber die Führungen gingen extrem schnell fest und dann wurde die Scheibe einseitig belastet und krumm.

      Bei der 4-Kolben-Festsattelbremse aus unserem F30 335i BMW habe ich außer beim Richtungswechsel klackenden Belägen und mal etwas Quietschen noch nie Ärger gehabt (bei früheren Modellen mit Faustsattel vorne schon vor allem mit Heißrubbeln).

      Hallo gato311,

      bei jedem Festschrauben der Radmuttern wird die Radnabe samt Scheibe etwas anders verfomrt und es stellt sich ein anderer Scheibenschlag ein.
      Dadurch "verschmierst" du die DTV über den Umfang.
      Daher ist es in der Bremsenerprobung auch strengstens verboten während eines Dauerlaufs die Räder vom Auto zu nehmen. Danach sind nämlich alle vorherigen Daten unbrauchbar und man fängt wieder bei Null an.

      Gruss Steffen

      Steffen_k schrieb:

      Hallo Chadori,

      ich möchte zu Beginn erklären (da hier ja wohl auch MA von VW aktiv sind), dass alle Informationen die ich hier nenne im Bremsenhandbuch, in diversen Dissertation oder Fachvorträgen zu finden sind und damit keine
      Geheimnisse darstellen. Man muss nur danach suchen, dann findet man alle Infos im Netz.

      Das von dir beschriebene Kalt-Rubbel-Problem hat 3 unterschiedliche Ursachen.

      1. Die Bremse

      In der PQ12-Plattform (z.B.VW UP!) mit den geringen Motorleistungen ist eine sog. FSII-54 verbaut, dies ist eine Bezeichnung der Firma Continental-Teves und bedeuted Faust-Sattel mit 3 Lagerpunkten und 54mm
      Kolbendurchmesser. Diese Bremse ist sehr kosteneffizient, da der Belaghalter im Radträger integriert ist und damit ein Bauteil wenig hat als z.B. eine Colette-Bremse. Leider hat die FSIII auch keine Belagfedern die die Beläge wieder zurückdrücken. Bei etwas hochwertigeren Bremsen gibt es sog. Belagfedern, die die Beläge von der Scheibe zurückstellt, denn die Dichtung des Bremskolbens stellt nur den
      Kolben zurück, nicht aber die Beläge. Dazu mehr im Punkt 2. und 3.

      2. Dein Fahrstil

      Das sog. Kalt-Rubbeln entsteht durch die sog. Bremsscheibendickenschwankung ( engl. DTV disc thickness variation). Diese entsteht wie folgt, die Bremsscheibe hat einen gewissen Schlag. Dieser Schlag
      ist notwendig, um die Beläge nach der Bremsung von der Scheibe wegzudrücken, damit es kein zu grosses Reibbremsmoment gibt. Eine neue Scheibe darf max. 0.05mm Schlag aufweisen, daher sollte man beim Verbau der Scheiben die Nabe penibel reinigen. Fährst du eine längere Strecke ohne die Bremse zu betätigen
      (also vorausschauend), dann schleift die Scheibe immer an den gleichen Bereichen (an gegenüberliegende Seiten) am Belag entlang und wird «ausgewaschen». Dazu mehr im Punkt 3. Es bildet sich die Bremsscheibendickenschwankung. Diese liegt im Bereich von ca. 0.005mm. Wenn nun bei der Bremsung der Belag in einen "dicken" Bereich der Scheibe einläuft dann steigt die Anpresskraft und wenn der Belag in
      einen "ausgedünnten" Bereich einläuft dann fällt die Anpresskraft. Dies nimmst du als Bremsmomentschwankung wahr. Wenn du oft genug bremst, dann wird die Bremsscheibendickenschwankung wieder egalisiert. Dies ist ein Kriterium in der Bremsenentwicklung. Ein aggressiver Belag fördert die DTV übrigens, ein eher komfortabler Belag ist robuster gegen DTV.

      3. mangelnde Wartung:
      Der Radträger des UP! wird nach der Lackierung spannend bearbeitet, d.h. die Bearbeitungsflächen bleiben blank und sich damit nicht vor Korrosion geschützt. Der Belag hat im Träger ca. 1mm Spiel. Rostet der Belaghalter nun auf und Schmutz kommt dazu, dann ist das Spiel zugesetzt und die Beläge können sich nicht mehr leicht verschieben lassen. D.h. die Beläge schleifen stärker.
      Des Weiteren ist die FSIII eine sog. Schwimmsattelbremse, d.h. du hast nur einen Kolben auf der Innenseite des Sattels und der Sattel ist verschiebbar auf zwei Führungsbolzen in Gummihülsen gelagert. Sind die
      Gummihülsen nicht sauber oder die Führungsbolzen angerostet, dann kann der Sattel nicht mehr leicht verschoben werden und der äussere Belag schleift stärker.
      Einen korrekt funktionierender Schwimmsattel muss sich ohne Problem mit zwei Fingern hin und her bewegen lassen können. Geht das nicht, dass schiebt die Bremsscheibe nicht den äusseren Belag samt Sattel zurück,
      sondern den Kolben samt inneren weiter in den Sattel und man bekommt einen erhöhten Pedalweg. Daher ist ein kontrollieren nur der äusseren Belagstärke auch keine Aussage über den Verschleiss der Bremsbeläge.

      Eine korrekte Rückstellung funktioniert bei einer neuen Bremse ca. 6 Monate lang, 15tkm oder bis die Bremse einen Winter gesehen hat, daher warte ich meine Bremsen einmal im Jahr, d.h. Beläge rausnehmen, Belaghalter mit Schleifvlies reinigen, Zinkspray drauf, Führungsbolzen reinigen, leicht einfetten und wieder einbauen. Selbst bei Festsattelbremsen gehen die Beläge in den Führungen fest, d.h. es ist kein Phänomen der günstigen Bremsen.

      Falls dich solchen Zusammenhänge interessieren. Ich halte auf dem diesjährigen Busch-Taxi-Treffen (Buschtaxi.net • BTT2019: DAS PROGRAMM!) einen Vortrag über Fahrzeugtechnische Grundlagen, bei dem auch diese Zusammenhänge erklärt werden.

      Gruss Steffen


      Welchen Vortrag hältst du da, Iran, Kochen, Flohmarkt???? Sorry, nicht böse gemeint, ich habs nicht verstanden...

      Ich finde deine Ausführungen aber echt klasse! Danke dafür.

      LG,

      Rolf

      @ Rolf:
      FREITAG: 12:00 Fahrzeugtechnik: Leistung / Fahrwiderstände / Verbrauch und Elektromobilität mit Steffen (Scheune)

      @ Gato311: Der Inhalt bezieht sich nicht speziell auf Buschtaxen, ich nehme auch Lupo 3L nd UP! GTI als Beispiele her.

      Gruß Steffen

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      Vielen Dank auch von meiner Seite für die Ausführungen! Auf DTV bin ich bei meinen Recherchen auch gestoßen.

      Ist die einzige Abhilfe gegen DTV also ein konsequenteres Nutzen der Bremsanlage, um den Verschleiß über die gesamte Reibfläche zu fördern?

      Ist DTV tendenziell weniger ein Problem je leistungsstärker und schwerer ein Fahrzeug ist, da die Bremsanlage hier grundsätzlich mehr gefordert wird?

      ..bisschen OT aber irgendwie lustig im kontext bremsscheiben verschleiß: kollege hatte kürzlich 3 jahre nach erwerb seinen 1. TÜV für seinen seinerzeit nagelneu erworbenen hyundai tucson. glatt durchgefallen wegen verschlissener bremsscheiben, laufleistung in den 3 jahren 41k km, schaltgetriebe - und nein, er ist kein bremser....erneuerung sollte über 450 eu kosten. da lernt man warum diese kfz so "günstig" in der anschaffung sind...oder nicht?

      41000 mit so nem schweren Auto mit kleiner Bremse ist ja durchaus im Rahmen des noch Normalen.

      Die obige Diss ist interessant, aber für den praktischen Nutzer fertig entwickelter Autos kann da wohl nur entnehmen, dass man bei der Montage der Bremsscheiben genau sein sollte und dass ausgelutschte Fahrwerksgummis kontraproduktiv sind. Letzteres ist ja bekannt. Wer nicht mehr wechseln will, kann ja PU-Buchsen verbauen mit den entsprechenden Komforteinbußen.

      Nue beim Up ist es ja so komisch, dass schon bei Neuwagen nach 5000 km so heftig das Rubbeln auftritt und auch spürbar ist.

      Also ich kann mich über Bremsprobleme nur bedingt beschweren.

      Mein Up ist Ez 01.2014 und hat aktuell ca 80tkm gelaufen.

      Erster Satz Bremsscheiben und Trommeln und genau erster Satz Beläge vorne und hinten.

      Ich habe meine Trommeln und Sättel bei ca 65tkm lackiert und in diesem Zug die Schwimmbolzen der Sättel sauber gemacht und neu gefettet.

      Zu diesem Zeitpunkt hatte ich beim Bremsen ein leichtes Flattern am Lenkrad (also vor dem Lackieren)

      Nach der verrichten Arbeit war alles wieder normal und die Bremsen arbeiten bis heute ohne Flattern, Rubbeln oder andere unruhige Aktionen.

      Ansonsten klebt bei mir auch ab und zu die Handbremse mal ein wenig fest, löst sich beim Anfahren aber sofort.
      Quietschgeräusche beim Bremsen unter ~15km/h treten selten auch mal auf.

      Scheiben hab ich nicht gemessen und Beläge haben vorne noch Belagstärke fast wie neu.

      Ich fahre ab und zu Autobahn und da fahr ich ihn auch komplett aus.
      Zum Ausfahren gehören auch ab und zu mal eine etwas stärkere Bremsung, aber sonst lass ich mich generell immer eher "langsam Rollen".

      Ich achte nicht besonders auf irgendwas um die Bremsen zu schonen o.Ä. mache mir da auch keine Gedanken.
      So fahre ich bisher fast störungsfrei und extrem wartungsarm.

      Gibt meiner Meinung nach schlimmere Bremsen.

      Edit: das Einzige was man als Pflege bezeichnen könnte ist, dass die Bremse beim Felgen abstrahlen immer etwas mitgereinigt wird, was ca 2 mal pro Woche passiert :D

      "Ich fahre ab und zu Autobahn"

      Das wird vermutlich der Punkt sein. Das Problem scheint in erster Linie die Leute zu betreffen, die zu 98 % Autobahn fahren. Diese Fahrer wissen auch in der Regel, wie das Auto ausrollt und müssen nicht dauernd auf der Bremse stehen, um im Verkehr mitzuschwimmen.